Lotte

Underbergs Reise, Teil 5

Underbergs Blick schweifte durch das vor ihm liegende Tal. Sie hatten die Berge nach 2 anstrengenden Tagen hinter sich gelassen und er konnte endlich das Ziel dieser zermürbenden Reise ausmachen.
Unten am Fluss machte er einen, nun ja, größeren Holzverschlag möchte man meinen, aus. Die Nordmänner hatten sich aus den Resten ihres Schiffes einen provisorischen Schutz gegen den Winter gezimmert.
John rief etwas, doch der Wind war zu stark. Nicht dass Underberg viel auf seine Meinung gegeben hätte. Dieser Mann nahm es zu ernst mit seinen Pflichten. Fast konnte Underberg Joachims schelmisches Lachen vernehmen. Er wusste wie sehr er dieses Tamtam hasste. Underberg schnaufte. Er wollte es nur noch hinter sich bringen und dann schnell zurück in seinen warmen Turm in Eckhardsweiler.
Er lief einfach los.
„Mal sehen, was das für Wilde sind. So können sie zumindest ihre Behausung nicht stehen lassen. Es entspricht nicht mal annähernd unserem Standard. Und unansehnlich ist es auch.“
Underberg stiefelte los, dicht gefolgt von einem schimpfenden Hauptmann und seinem Gefolge.

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 10

Es war der Dorfvogt, der nach durchzechter Nacht auch endlich den Weg zum Markt gefunden hatte, doch nur um die Standgebühren der Bauern zu kassieren, denn nichts ist umsonst, außer der Tod und der kostet das Leben. Der Dorfvogt, ein höchst neugieriger Mensch, ließ sich natürlich von mehreren Seiten berichten, was vorgefallen war und als er glaubte, dass er sich ein umfassendes Bild gemacht hatte, ließ er sein Pferd satteln und machte sich auf den Weg nach Eckartsweiler, zum Büro des Gouverneurs.

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 9

Das Murmeln wurde lauter und plötzlich hörte man eine laute Stimme: „Was ist hier los? Welche konspirativen Gedanken werden hier ausgetauscht? Los, los! An die Arbeit, heute ist Markttag! Ihr faulen Bauern glaubt wohl, dass ihr zu eurem Vergnügen nach Klein Barringen gekommen seid? Das Angebot ist mickrig genug, dass ihr euch eigentlich ins Zeug legen müsstet, um eure minderwertige Ware an den Mann zu bringen. Also auf! Steht hier nicht rum und haltet Maulaffen feil…Hurtig, hurtig!“

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 8

Miro: „Ich warf mir meinen Herrn über die Schulter und beschloss ihm eine würdiges Grab zu geben. Ich trug ihn hinaus, hinter den Garten, wo sein Weib all die Kräuter und auch manch schöne Blumen angepflanzt hatte. Ich legt ihn ab, holte die Schaufel. Als ich ihn begraben hatte, dämmerte es schon und ich machte mich auf den Weg hier her.“ Miro schluchzte erneut und weinte dann still vor sich hin. Man hätte glauben können, dass ein allgemeines Luftholen stattfand, als Miro seinen Bericht beendet hatte. Leise begannen die ersten, sich über das Geschehene zu unterhalten.

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 7

So drehte ich um und rannte zurück hinaus auf den Hof. Da sah ich wieder meinen Herrn, an den Pferdepfosten gebunden, leblos, wie ein Stück Fleisch hing er da. Wenigstens ein Letztes wollte ich tun, wenn ich schon nicht mehr helfen konnte. Ich trat zu meinem toten Herren und band ihn los von dem Pfosten. Ich legte ihn auf den Boden und als ich ihm die Augen schließen wollte, sah ich es im hellen Schein des brennenden Gehöfts….sie hatten ihm das Gesicht zerschnitten,….auf seiner Stirn“, Miro beginnt heftig zu zittern. Er stammelt: „..da war ein Zeichen, ich schwör´s…“

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 6

Miro fährt sich mit den Händen über sein Gesicht, wischt die Tränen weg, die unablässig über seine Wangen rollen. Von den Umstehenden kommt kein Laut. Es scheint, als ob sie sogar vergessen haben zu atmen. Da fährt Miro fort, ganz leise und alle beugen sich vor, um auch ja nichts zu verpassen: „ Als sie weg waren, bin ich auf den Heuboden. Ich wollte nach den Frauen schauen, wollte ihnen helfen…doch da war der Rauch schon so dicht, dass ich keine Luft mehr bekam, die Flammen schlugen hoch und die Hitze,…diese Hitze…ich konnte nicht weiter.

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 5

Die umstehenden Bauern, ihre Weiber, Knechte und Mägde sind starr vor Schreck mit weit aufgerissenen Augen und Mündern lauschen sie dem Knecht. Es ist ganz still und nachdem Miro sich etwas beruhigt hat, fährt er schließlich fort: „Als sie mit ihnen fertig waren haben sie auch den Heuboden angezündet. Sie trieben die Kühe und die zwei Pferde aus den Ställen und banden sie an ihre Karren. Die Karren waren schon voll mit allem, was wir noch eingelagert hatten. Und dann zogen sie ab und johlten und lachten und stritten darüber, wem wohl beim nächsten Mal die Frauen zustanden.“

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 4

„Mein Herr,…er ist nicht mehr, auch sein Weib und seine 4 Töchter…alle tot. Ich konnte entkommen…sie haben mich nicht entdeckt….ich kam vom Feld mit dem Winterweizen und ich sah schon den Rauch von fern. Ich rannte schneller, sah die Flammen, hörte die Frauen schreien…ich wollte helfen, doch dann sah ich sie,…es waren ein Dutzend, wenn nicht zwei…große, stark bewaffnete Männer,….sie hatten dem Herrn schon die Kehle durchgeschnitten und ihn an den Pferdepflock im Hof gebunden…5 Kerle trieben sein Weib und die Töchter auf den Heuboden…“ schluchzt Miro.

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 3

In der Zwischenzeit haben auch die anderen Bauern bemerkt, dass sich hier etwas Ungewöhnliches ereignet und gesellen sich dazu. Es entbrennt eine lebhafte Diskussion, was man mit dem Knecht nun tun sollte….bis eine beherzte Magd ihm einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf leert.
Der Knecht schnappt nach Luft, prustet und schüttelt sich, doch schließlich setzt er sich mühsam auf. Er atmet schwer. Und schon prasseln zahllose Fragen auf ihn ein, doch er schüttelt nur den Kopf und dann beginnt er zu sprechen:

„…neulich in Klein Barringen, Neuharden“ Teil 2

Es dauert eine ganze Weile, bis einer der Bauern auf ihn aufmerksam wird. Zögernd nähert er sich dem am Boden liegenden Mann. Als er in diesem den Knecht eines anderen Bauern erkennt, blickt er sich suchend nach dem Bauern um, nur um dann festzustellen, dass dieser heute noch gar nicht zum Markttag erschienen ist. „He, Miro“, spricht er den Knecht an. „Was ist geschehen? Wo ist dein Herr? Los, sag schon..“ und stößt ihn mit dem Fuß in die Seite, als der Mann keine Antwort gibt.