Rakhyr

Underbergs Reise, Teil 1: Der Karren

Langsam zuckelt der Karren gen Osten.

Underberg, in Gedanken versunken und in Decken eingepackt, den Hut tief ins Gesicht gezogen, gegen den schneidigen Ostwind, lässt den Tag Revue passieren.

Er war von einem Bauer gerufen worden, welcher im Wald einen Leichnam gefunden hatte. Er war mit seinem Ochsenkarren sofort aufgebrochen.
Der Körper wies einen starkern Verwesungsgrad auf. Trotz der Kälte lag der Geruch nach Tod, schwer süßlich in der Luft.
Dem Leichnam war die Kehle durchgeschnitten worden. Er war seid mindestens zwei Monaten Tod.
Nach eingehender Untersuchung waren ihm noch 4 Schnitte, die zusammen den Buchstaben „W“ bildeten, auf der Wange aufgefallen.

Der Magister zog die Decken fester um sich. Es schüttelte ihn vor Kälte.

Auf Grund des Verwesungsgerades könnte man nicht erkennen um welche arme Seele es sich gehandelt hat.
Sein Körper war übersät von Narben und er war kräftig gebaut.

„Er muss viele Kämpfe bestritten haben“, dachte sich Underberg, griff nach einer Flasche und trank einen Schluck Schwarzen auf die arme Seele.

Nachdem er seine Untersuchungen beendet hatte, trug er dem Bauern auf, den Körper würdevoll zu beerdigen und zahlte ihm ein paar Münzen, auf das er Stillschweigen bewahre.
Gerüchte verbreiten sich schnell dieser Tage und er wollte eine Grundlose Panik inerhalb der Scholle verhindern.
Es war zwar bedauerlich, doch nicht verwunderlich. Der Winter war hart und für ein paar Münzen haben schon viele ein zu frühes Ende gefunden.

Ulf muhte leise und Underberg sah auf.

„Endlich zu Hause, Ulf. Schau zu, dass wir schnell ins warme kommen. Ich hole mir hier draußen noch den Tod.“

Langsam zuckelte der Karren den Feldweg hinunter nach Eckhartsweiler.