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Reise der Lendermannen, Teil 1: Ich habe eine Idee!!!

Leif-Erik Holm, der Hetman der Lendermannen, blies in der Heimat der Lendermannen, der kleinen Insel Fjoreholm in der nördlichen See, im vergangenen Frühling aus Leibeskräften in sein Rufhorn.  Er wollte damit die Lendermannen zusammenrufen, da er eine Idee hatte. Als ihm schon fast die Luft ausgegangen war und ihm die Lippen brannten, sah er endlich wie Einer nach dem Anderen über die kargen Hügel und die blanken Felsen geschlendert kam.  Es dauerte einige Zeit, bis Thoral und Ragnar, Ziyal, Ansgar, Askja, Sven, Egil, Thorgrim und Harald bei ihm angelangten. Sogar Ahasver stieg von seinem kleinen Schiff, das im Fjord vor Anker lag, und kletterte keuchend die Felsen empor.

Leif-Erik war recht ungehalten, weil sie sich nicht gerade beeilt hatten. Waren sie alle doch einst immer die Ersten gewesen, die laut schreiend vom Langschiff sprangen, um in den Kampf zu ziehen. Damit  hatten sie sich ihren Namen und ihren Ruf erstritten. Waren diese Zeiten vorbei? Waren sie alt, fett, reich und bequem geworden?

Immerhin waren sie aus jedem Feldzug und von jedem Thing mit gut gefüllten Beuteln zurückgekehrt und hatten ihr Silber klug in ihre Schänke, den „Grünen Kessel“, investiert. Hier gingen sie ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Saufen bis zum Verlust der Muttersprache, mit großer Leidenschaft nach und im Lauf der Jahre wurde der „Grüne Kessel“, dessen Geschichte einst im Land Mythodea begann, als acht Lendermannen, denen langweilig war, das Lager der Magica in ihre Hand brachten, zu ihrer Heimat geworden war.

Aber jetzt stand der Hetman Leif-Erik Holm auf seinem grünen Hügel, schnaubte wütend über die Trägheit seiner Mannen und verkündete: „Ich habe eine Idee!!!“

Dieser Satz war gefürchtet bei den Lendermannen, da Leif-Eriks Ideen meist sehr abstrus waren und sie schon oft bis an die Frostbrücke, die nach Walhalla führt, gebracht hatte. Bisher waren diese „Ideen“ trotz allem aber bisher so ausgegangen, dass die Lendermannen dadurch nicht nur reicher wurden, sondern ihre Taten auch in vielen Liedern besungen wurden.

„Da ihr alle fett, faul, träge und am liebsten besoffen seid“, fuhr er fort, „habe ich mir überlegt, dass wir den „Grünen Kessel“ abbauen, auf unser kleines Schiff laden, in den Süden segeln und unser Bier und unseren Met an die Südländer verkaufen. Jetzt sofort! Bevor ihr alles ausgesoffen habt und euch auf dem nächsten Misthaufen zum Schlafen niederlegt!“

In den Reihen der Lendermannen regte sich Verwunderung und Unmut, da dies doch Arbeit bedeutete; und Ahasver grummelte „hab noch Schnaps und Schinken auf dem Schiff. Wollte eigentlich noch nicht ablegen“.

„Nix da! Jeder packt mit an und in drei Tagen laufen wir aus in Richtung Süden“, sagte Leif-Erik bestimmend.

Und so geschah es. Im Morgengrauen des dritten Tages lief das Schiff der Lendermannen mit bauchig geblähtem, rot weiß gestreiftem Segel, aus dem Fjoreholmer Fjord. Wieder einmal, wie schon so oft, kehrte die gute Laune zurück. Bedingt durch die Vorfreude auf das Kommende, das Gefühl auf See zu sein, den Wind in den Haaren zu spüren und die Aussicht auf Gewinn. Singend und mit den Möwen um die Wette jauchzend segelten sie mit dem „Grünen Kessel“ und Fässern voller Bier, Schnaps und Met gen Süden. Nicht ahnend, dass schon in wenigen Tagen einer der schwersten Stürme auf sie zukommen würde, den die nördliche See je gesehen hatte….