Rakhyrs Reise, Teil 2: Nicht allein

Ganze drei Tagesritte von der Schänke entfernt wohnte „dieser Marek“.

Zumindest bei gutem Wetter . Bei dem derzeitigen Schneegestöber wäre Rakhyr glücklich, wenn sie es in fünf Tagen schaffen würde… Vier davon war sie nun schon unterwegs, zwar eingepackt in gute Felle, aber trotzdem durchgefroren bis auf die Knochen. Heute Abend würde sie die Vorsicht in den Wind schlagen und ein Feuer anzünden. Sie konnte den Rauch schon riechen…

Moment, den Rauch bildete sie sich nicht nur ein. Alarmiert zügelte sie ihr Pferd und kontrollierte ihre Waffen, bevor sie dem Weg weiter folgte. Kurz später sah sie das Lagerfeuer auch.

Drei Männer saßen drum herum und beobachteten sie, die Hände schon an ihren Schwertern. Sie waren ziemlich grobschlächtige Kerle, anscheinend sehr kampferfahren.

„Ganz schön kalt für einen Ausritt, Frau“, rief einer ihr zu, „und gefährlich obendrein, so ganz allein?“

„Ich bin nicht allein“, entgegnete sie mit einem breiten Grinsen und zeigte ihr Schwert, „meine Klingen begleiten mich.“

Die Männer lachten.

„Aber ihr könnt etwas gegen die Kälte tun, und mich mit eurem Feuer wärmen.“

Sie nickten, und machten Platz für sie.

„Wir können dich auch noch anders wärmen“, versprach ihr der Mann zu ihrer Rechten mit zweideutigem Grinsen – doch gerade, als sie zu ihrem Messer greifen wollte, hielt er ihr einen Krug Met hin. „Wo willst du hin, Frau?“

„Zu Marek aus Tienendorf.“

„Oh, wirklich? Bist du Söldnerin?“

Sie nickte. Die Männer lachten erneut, dieses Mal ziemlich dreckig.

„Dann pass lieber auf. Wir haben gehört, Marek zahlt seinen Sold nur sehr ungern…“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.