Rakhyrs Reise, Teil 4: Kein Sold

Rakhyr verbrachte fast den ganzen Tag damit, Holz aufzuschichten, während die Leiche in der warmen Hütte langsam auftaute.

Am Abend setzte sie sich zu ihr und begann den ekligeren Teil ihrer Arbeit.
Während sie den Brustkorb der Leiche öffnete und das Herz herausholte, murmelte sie auf drunisch vor sich hin:
„Mi snìomh aon fighead – Ich webe ein Netz,
aon fighead ri uile Tomadach – Ein Netz um jeden Muskel,
aon fighead ri uile cnàimh – Ein Netz um jeden Knochen,
aon fighead ri uile Khyr – Ein Netz um jeden Blutstropfen,
aon fighead ri thu Duine – Ein Netz um deinen Körper.
Mi snìomh aon fighead – Ich webe ein Netz
as ruith thu air – Und fange, was du bist.“

Kurz später legte sie die Leiche – nun ohne Herz – auf den Scheiterhaufen und zündete ihn an.
Das Feuer brannte gut, und der Rauch stach so in ihren Lungen, dass sie den Geschmack des Herzens nicht mehr auf der Zunge hatte. Plötzlich erschauderte sie und ging in die Knie. Die Vision, die die Seele ihr zeigte, war verschwommen und fast unbrauchbar.
Sie konnte den Mörder nicht erkennen, aber immerhin hörte sie seine Stimme:
„Willst du keinen Sold uns geben, zahlst du halt mit deinem Leben…“

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